Höhere Präzision bei Bestrahlung von Kehlkopf-Tumoren

21.09.2017 08:57

Überwachung der Schluckbewegung während Strahlentherapie

Für die Behandlung von Kehlkopf-Krebs (auch als Larynx-Karzinome bezeichnet) stehen Operation, Strahlentherapie und Radiochemotherapie sowie eine Kombination dieser Behandlungsoptionen zur Verfügung. Die Auswahl der Therapieverfahren richtet sich hierbei nach Lage und Ausdehnung des Tumors sowie nach seiner Ausbreitung in den Lymphbahnen.

Ein wichtiges Ziel der lokalen Therapie ist nach Möglichkeit der funktionelle Erhalt des Kehlkopfes, insbesondere der Schluckfunktion. Inwieweit dies möglich ist, bestimmt die Lage und Größe des Tumors sowie die Präzision des Eingriffs bzw. der Strahlenapplikation.

Unsere Einrichtung arbeitet für die Positionierung der Patienten mit einem Oberflächenscanner der Firma C-RAD. Dieser Scanner wird auch zur Überwachung der Atmung eingesetzt (Atemanhaltetechnik). Wir nutzen einen ähnlichen Ansatz für die Überwachung der Schluckbewegung, indem die Bewegung des Kehlkopfes während der Strahlenapplikation registiert wird. Wenn der Kehlkopf - und damit der zu bestrahlende Tumor - nicht mehr im Strahlenfeld liegt, wird die Bestrahlung automatisch abgebrochen und erst wieder aufgenommen, wenn die korrekte Position hergestellt wurde.

Hier im Bild dargestellt ist die zur Fixierung verwendete thermoplastische Maske. Der Bereich des Kehlkopfes wurde ausgeschnitten, um die Schluckbewegung mit dem Oberflächenscanner  zu überwachen.

Ausgeschnittene Fixationsmaske

Die korrekte Einstellung des Tumors im Therapiestrahl erfolgt mit einem Low-Dose Conebeam-CT unmittelbar vor der Strahlapplikation. Die Positionierung erfolgt hierbei direkt auf den Befund. Während der Therapie überwacht der Scanner, ob der Kehlkopf an seiner Position bleibt. WIrd durch die Schluckbewegung die Lage des Kehlkopfes verändert, erfolgt eine automatische Unterbrechung der Bestrahlung, wie in folgendem Bild dargestellt.

Die blaue Linie ist die mittlere Position des Kehlkopfes nach der initialen Einstellung mittels Conebeam-CT. Die grünen Linien geben hierbei die akzeptable Toleranz der Lage an. Die rote Kurve zeigt, wie sich der Kehlkopf während Therapie minimal bewegt, bis durch die Schluckbewegung eine deutliche Positionsänderung erfolgt. An dieser Stelle wird die Bestrahlung unterbrochen und erst fortgesetzt, wenn die initiale Postion wieder erreicht wurde. Die grauen Bereiche geben jeweils an, dass der Therapiestrahl angeschaltet war.

Wir können durch diese Maßnahmen die Sicherheitsabstände in das umgebende gesunde Gewebe reduzieren und damit das Risiko bzw. den Grad der Funktionseinschränkungen des Kehlkopfes nach Therapie weiter minimieren.

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