Wir machen Strahlentherapie sicherer

07.02.2019 07:25

Tubuserkennung macht Bestrahlung sicherer

An unserem Röntgentherapiegerät werden pro Jahr über 1400 Patienten, überwiegend mit gutartigen Erkrankungen wie degenerativen Gelenk- und Bindegewebserkrankungen, aber auch mit oberflächennahen Tumorerkrankungen bestrahlt. Bei jeder dieser Bestrahlungen sind als Einstellparameter im Gerät die Bestrahlungszeit, ein Filter und der Tubus zur Eingrenzung des Strahlenfeldes zu definieren. Während die Bestrahlungszeit und der Filter permanent von einem zum Gerät gehörigen Verifikationssystem überprüft und Fehleingaben damit absolut ausgeschlossen werden, fehlte bisher für den Tubus eine derartige Überprüfung.

Obwohl es durch die gewissenhafte Arbeit unseres Personals noch nie zu einer abweichenden Behandlung gekommen ist, hatten wir seit Installation des Gerätes im Jahr 2014 den Wunsch, eine geräteinhärente Sicherheitslösung zur Tubusverifikation nachzurüsten. Damit sollte auch an dieser Anlage das in der Praxis etablierte, extrem hohe bedienerunabhängige Sicherheitsniveau erreicht werden.

Bei der Realisierung waren 2 Hauptprobleme zu lösen: zum einen konnte uns kein Hersteller der dafür favorisierten RFID-Chips eine dauerhafte Funktionsgarantie dieser Bauelemente in der Umgebung von Röntgenstrahlung geben, zum anderen waren uns Eingriffe in das als Medizinprodukt zertifizierte Gerät untersagt.

Diese Probleme konnten durch den Einsatz von Chips auf der Basis akustischer Oberflächenwellen, welche von der innovativen Dresdener Firma saw-components hergestellt werden sowie durch die Einbindung der Kontrolle in einen vorhandenen bauseitigen Sicherheitskreis ohne Eingriffe in das Gerät gelöst werden.

Damit haben wir an unserem Gerät auch die letzte technische Möglichkeit für bedienerverursachte Fehlbestrahlungen sicher ausgeschlossen.

In den nächsten Wochen soll Kontakt zum Hersteller der Bestrahlungsanlage, der Firma xstrahl in Großbritannien, aufgenommen werden. Diese hat bereits Interesse bekundet, die Entwicklung als nachrüstbar Lösung für andere Installationen zu übernehmen.

Das Projekt wurde durch die Landeshauptstadt Dresden im Rahmen eines Programms zur Innovationsförderung mittelständiger Unternehmen großzügig unterstützt.

 

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